Mini-Glossar – aktualisierte Fassung

Ein Kollege fand im Internet einen kleinen Film, der zeigte, daß nur wenige der Menschen, die täglich am Computer arbeiten und im Internet surfen, wissen, was ein Browser ist.
Meine Kollegen und ich neigen, wie andere Berufsgruppen auch, zu einer gewissen Betriebsblindheit. Oft setzen wir ein Begriffsverständnis auf der anderen Seite voraus, von dem wir eigentlich nicht ausgehen sollten. Bösartig gesprochen kann man auch von Fachidiotie reden.
Anbei also ein Mini-Glossar jener Begriffe, über die man bei mir und meinen Kollegen immer wieder stolpert. Ich hoffe, es hilft Ihnen weiter.  Zur Vertiefung empfehlen wir besonders interessierten Lesern das online-Nachschlagewerk Wikipedia

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
A

Admin

Kurzform für Administrator, Verwalter eines ⇒Netzwerks oder ⇒Servers. Es kann auch mehrer Admins geben, einen für die technische Seite und einen für die Betreuung von Inhalten, zum Beispiel.

B

barrierefrei

beschreibt Angebote im Web, die von allen Benutzern unabhängig von körperlichen oder technischen Einschränkungen genutzt werden können – möglichst also von jedem, der Person mit der Sehschwäche wie auch dem Leser, der mit dem Handy Internetseiten betrachtet. Vollständige Barrierefreiheit ist nicht wirklich zu erreichen, man spricht besser von barierrearmen bzw. zugänglichen Angeboten.

Browser

To browse (engl.) heißt in etwa „blättern“. Browser sind Programme mit grafischer Oberfläche zum Aufrufen und Betrachten von Web-Seiten im HTML-Format. Dazu gehören zum Beispiel der I(nternet)E(xplorer) wie auch Firefox, Safari und Opera.

C

CSS

(Cascading Style Sheet, engl. = Kaskadierende Formatvorlage ) ist eine Datei, die die Möglichkeit bietet alle Elemente einer Webseite frei zu positionieren, Schrift-, Link- und Hintergrundfarben oder Hintergrundbilder festzulegen. CSS-basierte Sites – wie diese – bieten den großen Vorteil nicht mehr jede HTML-Seite einzeln ‚anfassen’ zu müssen, wenn man z.B. Schriftgrößen ändern möchte. Sie erfüllen die Forderung nach klarer Trennung von Inhalt und Gestaltung, die zum Beispiel vom W3C erhoben wird.

D

DNS

(engl.: Domain Name System = Domain-Namens-System) Vereinfacht gesprochen: Computer verstehen eigentlich nur Zahlen. Jede Internetadresse ist eigentlich eine Zahl. Damit ein Nutzer sich diese Zahlenketten nicht merken muß, gibt es das Domainnamenssystem und seine sogenannten Name-Server. Sie setzen die URL einer Seite in Zahlenreihen um (man spricht hier von ‘auflösen’), fungieren also vereinfacht gesprochen als eine Art Übersetzer.
[Anmerkung zum aktuellen Gesetz gegen Kinderpornographie: Von diesen 'Übersetzern' gibt es sehr viele, deshalb ist es so einfach Sperrungen im Internet, die auf DNS-Sperrungen beruhen, zu umgehen - man benutzt dann einfach andere Name-Server. Anleitungen zum 'Wie' sind im Internet zu finden, man kann deshalb die Sperrung von Inhalten im Internet via DNS-Sperre als nicht besonders wirksam bezeichnen.]

Domain

Eine Domain ist ein Namensraum, der zusammen mit dem Hostnamen dazu dient Computer im Internet zu identifizieren Jeder Domainname besteht aus mehreren Namensteilen und formt den URL einer Einzelseite mit. Hier zum Beispiel ist die vollständige Domain www.mcberlin.net, URL dieser Seite lautet http://mcberlin.net/2009/mini-glossar/

E

eCommerce

Unter eCommerce versteht man die Vermarktung und den Verkauf von Waren und Dienstleistungen über das Internet. Beispiele: Amazon, Ebay.

F

Font

Ein anderer Begriff für Schriftart, z.B. Arial oder Times New Roman.

G

GSM (Global System of Mobile Communication)

GSM ist ein technischer Standard zur Übertragung von Daten in der digitalen Funktelefonie. Für die heutigen Handys ist dieser Standard absolut gängig. Er macht zum Besipiel das Surfen im Internet via Funktelefon möglich.

H

HTML

(Hypertext Markup Language)ist eine Seitenbeschreibungssprache, in der Websites geschrieben werden. Der HTML-Code wird vom Parser des Browsers in lesbare Darstellung umgesetzt. Übrigens: HTML wird nicht programmiert. Man spricht vom kodieren oder vom coding, auf gut neudeutsch, weil HTML kein Programm ist, sondern eine beschreibende Sprache.

I

IP-Adresse

Eine Internetadresse ist ursprünglich immer eine Zahl, die erst von ⇒Name-Servern in besser merkbare Wort-Adressen umgesetzt wird. Jede IP-Adresse wird einmalig vergeben, jeder Computer im WWW hat seine eigene IP.

J

Junk-Mail (engl.: Müll-Post)

Damit werden unerwünschte Werbe-E-Mails bezeichnet. Das Versenden solcher Mails an hunderte von Adressaten bezeichnet man als Spamming, die Mails als Spam.

K

Klammeraffe

Ein Ausdruck für das Zeichen @, das Sie aus E-Mail-Adressen kennen.

L

Layout

Das Layout bestimmt das Aussehen einer Website. Es ist die Gesamtheit aller Angaben zu Schriften, Positionen, Farben, Bildern, etc. , welche die Darstellung bestimmen. Das Layout ist quasi die äußere Form, in die der Inhalt gegossen wird, analog zur Trennung von Form und Inhalt bei Ihrer Tageszeitung.

M

Meta-Tags

Meta-Tags werden in den Head-Bereich des ⇒HTML-Dokuments eingefügt. Sie sind für den Betrachter der Seite nicht sichtbar und können nur von den Indizierungsroutinen der Suchmaschinen erkannt werden. Sie dienen der Katalogisierung der Webseiten in der Datenbank der Suchmaschinen.

N

Netzwerk

Verbindung (Vernetzung) mehrerer Computer; auch innerhalb einer Firma als (->Intranet) ohne jede Verbindung zur Außenwelt möglich.

Nameserver

Programme bzw. Rechner, die die Informationen über die Struktur des ⇒DNS verwalten und aktualisieren. Sie setzen auch die IP-Adressen in lesbare Adressen um.

O

Open Source

Bezeichnung für Programme oder für Software, die im Allgemeinen kostenlos zu erhalten ist, und von einer großen Gruppe von Programmierern und Entwicklern erstellt und weiter verbessert wird.

P

PHP

Scriptsprache mit einer an C angelehnten Syntax, die hauptsächlich zur Erstellung dynamischer Webseiten- und Anwendungen verwendet wird. PHP wird vom Anwender nicht bemerkt, da es auf dem Server geparst wird.

Parser

Übersetzt einen Text in eine neue Struktur. HTML zum Beispiel wird vom Parser des Browsers in die darzustellende Seite übersetzt, in das also, was man dann im Browser sieht.

Q

Quote

Englisch für ‘Zitat’. Quotes finden sich in E-Mails, wenn man ein Schreiben beantwortet, im Netz bezeichnen Sie dasselbe wie der deutsche Begriff auch.

R

Responsive Webdesign

Ein Webdesign ist dann responsive, wenn eine Website automatisch auf verschiedene Bildschirmgrößen reagiert, und sich der Inhalt dynamisch anpasst. Eine solche Website läßt sich auch auf einem kleinen Smartphone-Bildschrim problemlos betrachten und navigieren. Responsive Webdesign wird mit jedem Jahr wichtiger, denn immer mehr Menschen gehen per iPhone, Blackberry oder Netbook ins Internet oder mit irgendeinem anderen der zahllosen Mobilgeräte.

RGB (engl.: red green blue – rot grün blau)

Bezeichnet das Farbmodell von Bildschirmen. Es ist ein additives Farbmodell, d.h. alle anderen Farben werden auf der Basis dieser drei Farben in unterschiedlicher Gewichtung berechnet.

S

SEO

(search engine optimization, engl. = Suchmaschinenoptimierung) SEO bedeutet Webseiten so zu kodieren, daß sie von Suchmaschinen wie Google oder Yahoo leicht gefunden und gelistet werden können. Dieser Prozess ist relativ kompliziert, weil man dafür wissen muß, wie die bedeutenden Suchmaschinen im Internet arbeiten – ein Job also, den man besser Fachleuten in die kundigen Hände legt.

T

TDG

=Teledienstgesetz. Soll einheitliche Rahmenbedingungen für die unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten der elektronischen Informations- und Kommunikationsdienste bereitstellen und Lücken in der Verbraucherschutzregelung schließen. Das Teledienstgesetz legt zum Beispiel fest, daß jeder, der im Internet Waren oder Dienstleistungen gegen Bezahlung anbietet, ein Impressum haben muß, und was darin zu stehen hat.

U

URL

(uniform resource locator, engl. = einheitlicher Quellenanzeiger) identifizieren und lokalisieren eine Quelle im Internet. Umgangssprachlich ist die URL gleich der Internetadresse einer Seite.

V

VCard

Elektronische Visitenkarte, die zum Beispiel per Mail verschickt und vom Empfänger direkt in ein elektronisches Adressbuch gespeichert werden kann. VCards enthalten in der Regel dieselben Informationen, wie man sie auch sonst von Visitenkarten kennt.

W

W3C

(engl.: World Wide Web Consortium) Gremium zur Standardisierung der das World Wide Web betreffenden Techniken.

Webauftritt

Gesamtheit von Internetseiten unter einer Domain. Synonyme dafür sind: (Internet-)Präsenz, Website. Hierbei bezeichnet die Website also die Gesamtheit aller Einzelseiten, während der Begriff Webseite sich auf eine einzelne HTML-Seite bezieht, zum Beispiel diese, die sie hier gerade lesen.

X

XML (eXtentible Markup Language)

Seitenbeschreibungssprache, verwandt mit ⇒HTML

Y

Yellow Pages

Bezeichnung für ein Branchenverzeichnis im Internet.

Z

Zone

Im ⇒DNS der Namensbereich, für den ein⇒Name-Server zuständig ist.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

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Kay Gaumann

4 Kommentare

  1. Zu bemerken wäre noch dass dem Begriff des Allernötigsten in der Öffentlichkeit eine Subjektivität innewohnt, von der in vielen Fällen andere – jedoch selten der Nutzer selbst – profitieren.

    Ein Beispiel: Wer weiß schon, dass Jailbreak und Cydia erforderlich sind, damit die repräsentative Apfeltasche nicht mehr über die eigene Mobilität weiß als der Besitzer selbst?

    Bevor wir einen – inhaltlich durchaus reizvollen – Thread eröffnen, der an seinem momentanen Ort etwas deplaziert erscheint, wünsche ich der Katze weiterhin Inspiration, Projekte und Ansehen.

    Gruß, mk

    • Dabei ist es nicht einmal schwierig an diese Information zu kommen.

      Danke für den freundlichen Wunsch. So Sie mögen könnte man den Thread auch auf der Mailebene weiterführen.

  2. Danke für den Hinweis auf den Fehlerteufel – ist korrigiert.

    Das ist so eine Frage … Ist es Technologiebegeisterung? Ab einer bestimmten Altersgruppe beobachte ich eher eine Technologieverdrossenheit, die eben dazu führt, daß man mit dem Netz und mit dem Computer zwar umgeht, sich aber allenfalls das Allernötigste an Wissen ‘draufpackt’, das dafür wichtig wäre.

  3. Schreibfehler:

    “Ein Kollege fand neulich im Internet einen kleinen Film, der zeigte, daß nur wenige der Menschen, die täglich am Computer arbeiten und im Internet surfen, weiß, was ein Browser ist.”

    Kleine Klugschwätzerei:

    …wenige der Menschen (…) wissen…

    Sonst:

    Es ist höchst bedauerlich, dass die im Glossar erläuterten Begriffe nicht längst Teil der Allgemeinbildung sind. Unsere medien- und technologiebegeisterte Kultur pflegt ihre Wiedersprüchlichkeit und das Fehlen inhaltlicher Tiefe.

    Gruß, mk